Je tiefer man in contemporary streetwear, Design und visuelle Kultur eintaucht, desto stärker fällt irgendwann auf, wie ähnlich vieles geworden ist.
Nicht unbedingt weil Ideen fehlen — sondern vielleicht weil heute alles gleichzeitig sichtbar ist. Marken beobachten andere Marken, Trends überschneiden sich permanent und innerhalb weniger Wochen sehen plötzlich alle die gleichen Schnitte, Farben oder Referenzen.
Vieles wirkt darauf ausgelegt, sofort zu gefallen. Lauter zu sein, schneller sichtbar zu werden oder möglichst nah an dem zu bleiben, was gerade funktioniert. Vielleicht ist genau das der Grund, warum heute so vieles austauschbar wirkt.
Dabei war guter Stil für uns nie etwas, das komplett fertig ist. Eher das Gegenteil. Sich selbst immer wieder zu hinterfragen, Dinge neu zu betrachten und mit der Zeit weiterzuentwickeln.
Auch deshalb ist ONOFF gestalterisch oft reduzierter geworden. Natürlich mögen wir starke Grafiken und lautere Pieces, aber nicht jedes Design muss alles gleichzeitig sein. Nicht jede Fläche muss gefüllt werden und nicht jede Idee braucht fünf zusätzliche Ebenen, damit sie funktioniert.
Gerade in moderner oversized streetwear entsteht Stärke oft durch Reduktion. Durch klare Formen, tragbare Silhouetten und Designs, die nicht nach Aufmerksamkeit schreien müssen, um Wirkung zu haben.
Manchmal entsteht genau dadurch etwas Tragbares. Etwas, das länger funktioniert als nur für einen kurzen Moment Aufmerksamkeit.
Früher war der Zugang zu visueller Kultur ein anderer. Man hat Magazine bestellt, Bücher gesucht oder stundenlang auf neue Einflüsse gewartet. Heute kann jeder innerhalb von Sekunden alles sehen. Das hat unglaublich viel verändert — im positiven wie im negativen Sinne.
Einerseits entwickeln sich Menschen dadurch schneller. Andererseits verschwinden Unterschiede manchmal genauso schnell wieder, weil sich plötzlich alle an denselben Dingen orientieren.
Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Herausforderung heutiger streetwear brands:
Nicht ständig nach außen zu schauen, sondern herauszufinden, was sich wirklich nach einem selbst anfühlt.
ONOFF versucht nicht, eine Hypebrand zu sein. Kein künstlicher Luxus, keine mystische Fashion-Welt und kein Trend-Zirkus. Wir machen Kleidung, die wir selbst tragen wollen — beeinflusst von Graffiti, Typografie und contemporary visual culture, aber ohne dabei irgendeiner Szene oder Erwartung gerecht werden zu müssen.
Von heavyweight hoodies bis zu graphic tees geht es uns nicht darum, möglichst laut zu sein, sondern Dinge zu gestalten, die sich langfristig ehrlich anfühlen.
Vielleicht ist das am Ende genug.


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